LandFrauenverband Südbaden: Vorstellung Projekt „Frauen.Vielfalt.Politik“
Bei der Verbandsversammlung des LandFrauenverbandes Südbaden (LFVS) stellte Kathrin Leininger, ehemalige Vizepräsidentin des LFVS, das Projekt „Frauen.Vielfalt.Politik“ vor. Sie ist eine von bundesweit 12 LandFrauen, die im Rahmen des Projekts zu kommunalpolitischen Multiplikatorinnen ausgebildet werden. Die Multiplikatorinnen haben zur Aufgabe, andere Frauen für politisches Engagement zu gewinnen und zu unterstützen.Träger des Projekts ist die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF) in Kooperation mit dem Deutschen LandFrauenverband (dlv). Neben Empowerment-Workshops und regelmäßigen Online-Austauschrunden gehören auch für jede interessierte Person zugängliche digitale Fachforen zum Programm.
Leininger war viele Jahre als Ortschafts- und Gemeinderätin, Ortsvorsteherin sowie Kreisrätin aktiv und berichtete aus ihrer politischen Praxis. Sie unterstrich die Synergieeffekte bei ihrem Engagement im LandFrauenverband und der Kommunalpolitik. Sie beschrieb in ihrem Vortrag die Gestaltungsmöglichkeiten und die Herausforderungen in ihrer kommunalpolitischen Praxis. So sah sie sich zum Beispiel als einzige Frau in ihrer Fraktion bei frauenpolitischen Themen häufig in der Minderheit und hat sich in diesen Fällen fraktionsübergreifend mit anderen Frauen ausgetauscht und abgestimmt. Sie wies auf den nach wie vor niedrigen Frauenanteil in politischen Gremien hin und nannte als Beispiel den baden-württembergischen Landtag mit nur 33,8 Prozent. Sie kritisierte bestehende Geschlechterstereotype sowie Sexismus, das heißt, wenn Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts bewertet, herabgewürdigt und benachteiligt werden.
Leininger betonte die Bedeutung von Vorbildern, Netzwerken und gegenseitiger Unterstützung. Wichtig sei, weibliche Stärke sichtbar zu machen, denn wenn Frauen andere Frauen in politischen Ämtern sehen, werde politische Beteiligung greifbarer. Um mehr Frauen für die Politik zu gewinnen, brauche es zudem bessere Rahmenbedingungen wie familienfreundliche Sitzungszeiten, Kinderbetreuung und digitale Beteiligungsformate.
Leininger äußerte auch Ideen, wie Frauen für politisches Engagement angesprochen werden können: mit lockeren Gesprächsrunden wie „Politik & Pasta" oder Wanderungen mit Politikerinnen, Filmabenden in lokalen Kinos zu politischen Themen und anschließender Diskussion mit Kommunalpolitikerinnen sowie durch dezentrale Vernetzungstreffen als Austauschangebot für interessierte Frauen. Sie bot an, bei der Planung solcher Events zu unterstützen.




